Unternehmenschronik

1994: Der Weg in die Privatisierung
Der erste Schritt zur Privatisierung 1994 beschließt das Bundeskabinett, die Bundesdruckerei in eine Gesellschaft des privaten Rechts umzuwandeln. Zunächst ist der Bund Alleingesellschafter. Später sollen private Investoren beteiligt werden. Am 1. Juli 1994 wird die Bundesdruckerei eine GmbH.
Ein wesentlicher Arbeitsschwerpunkt der Bundesdruckerei bleibt die Herstellung von Personaldokumenten. Um der zunehmenden Digitalisierung sensibler Daten gerecht zu werden und das eigene Know-how zur Nutzung elektrokryptischer Systeme zu erweitern, übernimmt die Bundesdruckerei GmbH 1996 51% der Holographic Systems GmbH. Auf dieser Basis kann das Unternehmen ab 1997 täglich bis zu 70.000 komplett digitalisierte Personalausweise und Pässe an rund 6.500 bundesdeutschen Meldestellen ausliefern.
Einführung des EU-Kartenführerscheins

1997 wird der Auftrag zur Herstellung und zum logistischen Projektmanagement bei der Einführung des Europäischen Karten-Führerscheins in Deutschland an die Bundesdruckerei erteilt und das US-Patentamt baut gemeinsam mit den Berliner Spezialisten das neue Patent-Informationsprogramm "First Page Data Base" auf.
Erweiterte Sicherheitskonzepte
Das Jahr 1998 markiert einen weiteren Meilenstein auf dem Weg vom klassischen Druckunternehmen zu einem international erfolgreichen Anbieter von Hochsicherheitstechnologien. Gemeinsam mit der Debis-Systemhaus GmbH gründet die Bundesdruckerei die D-TRUST GmbH. Als erstes akkreditiertes deutsches Trustcenter ergänzt das neue Unternehmen die komplexen Sicherheitsdienstleistungen der Bundesdruckerei und bietet sowohl kundenspezifische Zertifizierungsservices als auch umfassende Beratungs- und Lösungsansätze beim Einsatz von Digitalen Signaturen an.
Intensivierung des internationalen Geschäfts
Im Rahmen ihrer zunehmenden Auslandsaktivitäten gründet die Bundesdruckerei 1999 die BIS Bundesdruckerei International Services GmbH zur Betreuung von internationalen Großprojekten und erwirbt 90% der Münchner Maurer Electronics GmbH, die elektronische und feinmechanische Geräte zur fälschungssicheren Personalisierung von Dokumenten entwickelt und vertreibt. Seit dem Jahr 2002 ist Maurer Electronics eine einhundertprozentige Tochter der Bundesdruckerei und entwickelt seit 2010 im Auftrag des Unternehmens Soft- und Hardware für die gesamte Wertschöpfungskette von Identitätssystemen.

Vorbereitungen zur Einführung des Euro
Im letzten Jahr des "alten" Jahrtausends werden auch für den Banknotendruck der Bundesdruckerei die Weichen neu gestellt. Ab dem 1. Januar 2002 sollen im Rahmen der europäischen Währungsunion die neuen Euro-Banknoten ausgegeben werden. Die Bundesdruckerei erhält den Auftrag, die deutsche Banknotenserie entsprechend der Vorgaben der Europäischen Zentralbank zu produzieren. In den kommenden zwei Jahren investiert das Berliner Unternehmen über 55 Mio. Euro in eine neue Banknotenproduktionslinie, die bis heute als eine der modernsten Anlagen weltweit gilt.

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