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1880: Ein Berliner Großunternehmen entsteht

Das erste Berliner Telefonbuch
Neben sämtlichen staatlichen Druckerzeugnissen produziert die Reichsdruckerei, nachdem sie die exklusiven Rechte zur Nutzung der neuen Technologie der "Heliogravure", des Kupferlichtdrucks, erworben hatte, 1881 mit dem "Verzeichnis der bei der Fernsprecheinrichtung Beteiligten" das erste Telefonbuch der Stadt Berlin.

1883 bdr

Kunst
Ab 1883/84 werden in der neu gegründeten "Chalkografischen Abteilung" über fotomechanische Verfahren die ersten Kunstwerke reproduziert. Die Nachbildungen von Kupferstichen und Holzschnitten alter Meister sind von derart hoher Qualität, dass sie mit einem besonderen Stempel versehen werden, um sie von den Originalen unterscheiden zu können.

Postwertzeichen

marken 1883

Ab 1890 beliefert die staatliche Groß-Druckerei nicht nur das gesamte Deutsche Reich und seine Kolonien, sondern auch diverse ausländische Kunden mit Briefmarken, für die das wertvolle Gummiarabicum als Klebemittel verwendet wird.

Wachstum
Im Jahr 1892 übernimmt die Reichsdruckerei die Druckerei der Königlichen Akademie der Wissenschaften und setzt ihr Wachstum mit der Übernahme der Druckbetriebe des Reichswehrministeriums (1922) und des Postscheckamts Berlin (1929) kontinuierlich fort.

Patentschriften
Die Produktion von Patentschriften, die aufgrund der enthaltenen Zeichnungen, Tabellen und Formeln höchste Anforderungen an Setz- und Drucktechnik stellen, wird um die Jahrhundertwende zu einem der umsatzstärksten Geschäftsbereiche des noch jungen Unternehmens.

Ein florierendes Staats-Unternehmen
Weil die auf dem Markt erhältlichen Farben nicht stabil und von gleichbleibender Qualität sind, gründet die Reichsdruckerei bereits 1905 ihre eigene Farbenreiberei. Die im gleichen Jahr erstellte Jahresbilanz weist mit einem Überschuss von rund einer Million Reichsmark ein gewaltiges Vermögen aus.

Herausragende Produkte der Druckkunst

buch1883
1908 erscheint die von Kaiser Wilhelm II. persönlich beauftragte Schmuckausgabe der "Nibelungen". Das mit den Buchschmuckarbeiten von Joseph Sattler künstlerisch anspruchsvolle, im Buchdruckverfahren hergestellte Monumentalwerk wird in einer exklusiven Auflage von nur 200 Stück direkt an den Monarchen ausgeliefert. Ebenso einzigartig ist die im gleichen Jahr erscheinende Luther-Bibel, in der Ausstattung von Ludwig Sütterlin.

Die Folgen des Ersten Weltkrieges
Mit Beginn des ersten Weltkrieges werden große Mengen des umlaufenden Münzgeldes eingezogen und der Reichskriegskasse zugeführt. Um Edelmetalle für die Geldproduktion einzusparen, werden zusätzliche "Darlehnskassenscheine" zu einer und zwei Mark sowie große Mengen anderer Reichsbanknoten ausgegeben. Die Reichsdruckerei muss ihren aufwendigen Kupferdruck in der Banknotenherstellung zunehmend durch das leistungsfähigere Hochdruckverfahren ersetzen. Ab 1922 beschäftigt das Unternehmen vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise und der steigenden Inflation allein im Banknotendruck über 8.600 Mitarbeiter. Die 57 verschiedenen Reichsbanknoten werden als "Massenware" auf riesigen Papierrollen im Rotationsdruck produziert. Ab Oktober 1923 wird die Rentenmark eingeführt. Die Reichsdruckerei stellt Ihre Produktion auf die neue Währung um.

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