Vorbereitungen zur zweiten Phase im deutschen ePass-Projekt erfolgreich abgeschlossen
Erfolgreiche Integration von Fingerabdruckbildern
Bundesdruckerei gewährleistet Sicherheit durch neue Technologien
Berlin, 31. Oktober 2007 - Am morgigen 1. November wird der elektronische Reisepass der zweiten Generation in Deutschland eingeführt. Ab dann werden in den Passbehörden bei der Beantragung von Reisepässen auch zwei Fingerabdrücke erfasst.
Nachdem schon im November 2005 die erste Phase der Einführung des elektronischen Reisepasses komplett reibungslos abgelaufen ist, erwartet die Bundesdruckerei GmbH auch morgen einen erfolgreichen Start der zweiten Phase. "Wir haben in den vergangenen Wochen und Monaten zahlreiche Testläufe unternommen, die allesamt positiv verlaufen sind. Wir sehen dem Start der zweiten Phase am 1. November mit großer Sicherheit entgegen", so Ulrich Hamann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bundesdruckerei GmbH.
Am 1. November ändert sich der Antragsprozess für Reisepässe. Zum einen können die knapp 6.000 Passbehörden in Deutschland ihre Anträge dann nur noch elektronisch an die Bundesdruckerei nach Berlin schicken. Der bisher noch mögliche Papierantrag entfällt. Zum anderen müssen die Behörden-Mitarbeiter von jedem Antragsteller nach einem exakt festgelegten Verfahren zwei Fingerabdrücke aufnehmen und in den Antrag integrieren. Die Fingerabdruckbilder werden ausschließlich auf dem Chip im Pass gespeichert.
Für die Erfassung der Fingerabdrücke hat die Bundesdruckerei den Passbehörden Fingerabdruck-Scanner zur Verfügung gestellt. Die korrekte Nutzung der Hard- und Software wurde in ausführlichen Schulungsmaterialien des BMI und der Bundesdruckerei erklärt. Außerdem wurden in den vergangenen Monaten Informationsveranstaltungen für die Mitarbeiter der Passbehörden durchgeführt.
Die Antragsdaten werden auf verschlüsseltem Weg digital zur Bundesdruckerei gesendet. Um die sichere Übertragung der Daten zu gewährleisten, hat die Bundesdruckerei neue Datenwege aufgebaut und in neue Hard- und Software investiert.
Für die Übertragung der Daten wird der OSCI-Transport-Standard (OSCI = Online Services Computer Interface) genutzt, der entwickelt wurde, um ein einheitliches Protokoll zur Datenübertragung nutzen zu können. Auf Basis dieses Standards stellt die Bundesdruckerei Module für die Authentifizierung der Kommunikations-Teilnehmer und die Integrität und Vertraulichkeit der Daten zur Verfügung.
Dazu Ulrich Hamann: "Eine große Herausforderung für uns war, die notwendigen Technologien in die extrem heterogenen IT-Landschaften der Behörden zu integrieren und auch kurzfristig sich verändernde Vorgaben zeitgerecht umzusetzen. Die Bundesdruckerei ist übrigens das erste Unternehmen weltweit, das flächendeckend das EAC-Verfahren ("Extended Access Control") zum Schutz der Fingerabdrücke nach EU-Standard umsetzt."
Die Bürger können sich den Inhalt des Chips in ihrem Reisepass auf einem speziellen Gerät, dem so genannten ePass-Leser, in ihrer Passbehörde anzeigen lassen. Da die Fingerabdrücke besonders sensible Daten sind, werden sie auch in besonderer Weise geschützt. Die Chipdaten können nur von den Lesegeräten ausgelesen werden, die vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik ein entsprechendes Berechtigungszertifikat erhalten.
Das geschieht über die von der Bundesdruckerei bereitgestellte so genannte Online-PKI. Das Lesegerät muss bei jedem neuen Pass, dessen Chipdaten angezeigt werden sollen, das notwendige Zertifikat online abfragen. Damit wird ein Höchstmaß an Sicherheit hergestellt. Die Kommunikation zwischen ePass-Leser und den Zertifikat-Servern der Bundesdruckerei findet verschlüsselt statt und ist abhörsicher.
Über die Bundesdruckerei:
Die Bundesdruckerei GmbH, Berlin, entwickelt und liefert Systemlösungen und Dienstleistungen für sichere Identifikation und zählt weltweit zu den führenden Unternehmen in diesem Bereich. Neben kompletten Pass- und Ausweissystemen liefert das Unternehmen Personaldokumente, Hochsicherheitskarten, Dokumentenprüfgeräte, Sicherheitssoftware sowie Trust-Center-Leistungen für nationale und internationale Kunden. Darüber hinaus fertigt die Bundesdruckerei GmbH Banknoten, Postwertzeichen und Steuerzeichen sowie elektronische Publikationen. Mit ihren Tochtergesellschaften BIS Bundesdruckerei International Services GmbH, D-TRUST GmbH und iNCO Sp.z o.o. beschäftigt die Bundesdruckerei circa 1.400 Mitarbeiter weltweit und erzielte im Geschäftsjahr 2006 einen Umsatz von 273 Millionen Euro.
Weitere Informationen unter www.bundesdruckerei.de.
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