Bundesdruckerei-Mitarbeiter für Innovationspreis Berlin-Brandenburg nominiert
Berliner Unternehmen stellt zwei zukunftsweisende Konzepte zur Integration von Displaytechnologien in ID-Dokumente vor
Berlin, 25. Oktober 2007 - Dr. Manfred Paeschke, Leiter der Innovationsabteilung der Bundesdruckerei GmbH, ist für den Innovationspreis Berlin-Brandenburg nominiert. Das gab die Nominierungsjury des Innovationspreises Berlin-Brandenburg heute bekannt. Die Bundesdruckerei hatte zwei innovative Konzepte eingereicht, die sich mit der Integration modernster Displaytechnologien in fälschungssichere Identitätsdokumente (ID-Dokumente), wie Pässe, Personalausweise, Führerscheine oder Mitarbeiter- und Zutrittsausweise, befassen. Den Kern der Innovation bilden kontakt- und batterielos arbeitende Dokumente, die einerseits mit alphanumerischen bistabilen Displays auf Basis von elektronischer Tinte arbeiten und andererseits Farbdisplays mit organischen Leuchtdioden (OLED-Displays) nutzen. Die vorgestellten Produktstudien der Bundesdruckerei sind derzeit weltweit einzigartig.
Aus den für den Berlin-Brandenburgischen Innovationspreis nominierten Technologieansätzen ergeben sich vielfältige neue Anwendungen und Einsatzbereiche, die die internationalen Sicherheitsstandards nochmals erhöhen und damit zu einem deutlichen Sicherheitsvorsprung der ID-Security-Technologie führen können.
Ein wesentlicher Vorteil, der sich aus den Entwicklungen der Bundesdruckerei ableitet: Durch die in das Dokument integrierte Displaytechnologie könnten künftig auch nach der Ausstellung eines Dokuments Daten verändert werden. Beispielsweise würde dann nach einem Wohnungswechsel die neue Adresse nicht wie bisher per Aufkleber registriert, sondern sicher im Dokument integriert und gespeichert werden können. Dabei stellen komplexe Sicherheitsverfahren sicher, dass nur berechtigte Personen Daten nachtragen können.
Darüber hinaus eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten, auch Bildinformationen, wie Passfotos oder Videofunktionen, in ID-Dokumenten abzubilden. Damit sind auf Basis der bereits heute genutzten biometriegestützten ePass-Technologie völlig neue Generationen von Ausweisen mit elektronischen Sicherheitsmerkmalen und deutlich erweiterte Verifikationsmöglichkeiten denkbar.
Die vorgestellten Produktstudien zeichnen sich durch eine einfache Konstruktion mit einem hohen Zuverlässigkeitsgrad aus. Besonders spannend daran ist, dass künftig ganz auf interne Energieversorgungseinheiten, wie eine Batterie oder eine kontaktbehaftete Schnittstelle, verzichtet werden kann. "Das wird die internationale Produktentwicklung im Bereich von Smartcards und ID-Dokumenten maßgeblich beeinflussen", sagt Ulrich Hamann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bundesdruckerei, voraus. "Durch die Neuentwicklungen kann die Bundesdruckerei damit auch Impulse für den Innovationsstandort Berlin-Brandenburg geben und die Position der Region im internationalen Wettbewerb stärken."
Dr. Manfred Paeschke erläutet darüber hinaus: "Der Einsatz von Displaytechnologien im Bereich von ID-Security ist eine der großen Herausforderungen und Zukunftschancen für unsere gesamte Branche. Mit der Entwicklung dynamischer Sicherheitsmerkmale, wie sie auf Basis innovativer Displayverfahren möglich werden, schaffen wir deutlich verbesserte Möglichkeiten der Zuordnung zwischen einem Dokument und seinem Besitzer. Die Transparenz der Technologie wird auch die gesellschaftliche Akzeptanz von elektronischen Dokumenten steigern. Denn die künftigen Dokumente werden in der Lage sein, von sich aus alle zur Authentifikation notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen. Dann müssten die personenbezogenen Daten nicht mehr an spezielle Lesegeräte übermittelt werden, sondern blieben ausschließlich im Dokument und damit in der Hoheit des Dokumenteninhabers."
Die Bundesdruckerei arbeitet in ihrem Innovationskonzept zudem deutlich heraus, dass hoheitliche Dokumente durch den zusätzlichen Einsatz qualifizierter Signaturen auch starke Impulse für sichere Online- und eBusiness-Anwendungen geben können. Die vom Unternehmen initiierte Stiftungsprofessur für "ID-Security" an der Freien Universität Berlin sowie die in Kooperation mit der Fraunhofer-Gesellschaft bereits realisierten und geplanten SecurityLabs in der Region Berlin-Brandenburg unterstreichen den interdisziplinären Ansatz des Unternehmens, das die Entwicklung neuer Technologien immer im gesamtgesellschaftlichen Kontext verstanden wissen will.
"Wir sind sehr stolz, dass unsere Ansätze für den Innovationspreis nominiert wurden", so Hamann. "Das zeigt uns, dass wir mit unseren hochqualifizierten Mitarbeitern auf dem richtigen Weg sind. Das Thema eID bildet einen wesentlichen Baustein unserer Innovationsstra-tegie und wird aus meiner Sicht zukünftig noch deutlich an Bedeutung gewinnen."
Über die Bundesdruckerei:
Die Bundesdruckerei GmbH, Berlin, entwickelt und liefert Systemlösungen und Dienstleistungen für sichere Identifikation und zählt weltweit zu den führenden Unternehmen in diesem Bereich. Neben kompletten Pass- und Ausweissystemen liefert das Unternehmen Personaldokumente, Hochsicherheitskarten, Dokumentenprüfgeräte, Sicherheitssoftware sowie Trust-Center-Leistungen für nationale und internationale Kunden. Darüber hinaus fertigt die Bundesdruckerei GmbH Banknoten, Postwertzeichen und Steuerzeichen sowie elektronische Publikationen. Mit ihren Tochtergesellschaften BIS Bundesdruckerei International Services GmbH, D-TRUST GmbH und iNCO Sp.z o.o. beschäftigt die Bundesdruckerei circa 1.400 Mitarbeiter weltweit und erzielte im Geschäftsjahr 2006 einen Umsatz von 273 Millionen Euro.
Weitere Informationen unter www.bundesdruckerei.de.
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