Bundesdruckerei feiert 50 Jahre Zusammenarbeit mit der Bundesbank
Berliner Unternehmen lieferte DM-Scheine und fertigt heute Euro-Banknoten
Berlin / Frankfurt, 26. Januar 2006 - "Geld machen" möchte jeder, Geld herstellen aber dürfen nur wenige. Die seit dem Jahr 2000 privatisierte Bundesdruckerei GmbH in Berlin hat dieses Privileg und feiert jetzt ein Jubiläum: Seit 50 Jahren besteht die ununterbrochene Geschäftsbeziehung zur Deutschen Bundesbank in Frankfurt. "Wir haben im vergangenen halben Jahrhundert verschiedene Serien von deutschen Geldscheinen gemeinsam erschaffen und blicken heute auf eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zurück", sagte Ulrich Hamann, Sprecher der Geschäftsführung der Bundesdruckerei, anlässlich einer kleinen Feierstunde, die heute mit hochrangigen Vertretern der Bundesbank in Berlin stattfand.
Die Grundlage für die Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundesbank, die damals noch "Bank deutscher Länder" hieß, entstand im August 1955: Die Bundesdruckerei erhielt den Auftrag zur Fortsetzung des Drucks der 5-DM-Scheine. Für eine Übergangszeit waren die Geldscheine nach dem Krieg im Ausland gedruckt worden. Ab Anfang 1956 hat dann die Bundesdruckerei diese 5-DM-Banknote, auf deren Vorderseite die Entführung der Europa auf dem Stier abgebildet war, ausgeliefert.
Ende der 1950er Jahre wurde eine neue deutsche Banknoten-Serie entwickelt, an der die Bundesdruckerei maßgeblichen Anteil hatte. Unter anderem druckte sie die 50 und 500 DM-Noten sowie die 10-DM-Scheine. Diese Serie wurde nach dem damals neuesten Stand der Wertdrucktechnik produziert und hat, wie auch die Nachfolgeserien, weltweit Standards gesetzt.
In den Folgejahren wurde diese Serie hinsichtlich der sicherheitstechnischen Ausstattung kontinuierlich weiterentwickelt. Die Serie wurde 1991 letztmalig hergestellt und 1995 außer Kurs gesetzt, weil sie nicht mehr dem aktuellen Stand der Sicherheitstechnik entsprach.
Abgelöst wurden die Geldscheine von der so genannten "Bundesbank-Serie III", den letzten deutschen DM-Scheinen. Entworfen wurde die Serie mit Bildnissen von Persönlichkeiten der deutschen Geschichte aus Kunst, Literatur, Musik, Wirtschaft, Wissenschaft und Technik vom Bundesdruckerei-Grafiker Reinhold Gerstetter. Auch die Kupferstecher der Bundesdruckerei kamen bei manchen dieser Scheine zum Einsatz. Von dieser Serie druckte das Berliner Unternehmen die Nominale zu 5, 10, 50, 200, 500 und 1.000 DM. Drei dieser Notenwerte wurden kurz vor Euro-Einführung sicherheitstechnisch noch mal aufgewertet: Sie erhielten erstmals einen Siebdruck für den Effektdruck, also die optisch variablen Farbwirkungen auf den Scheinen. Neu auf diesen drei Noten waren auch die Folienapplikationen für die holografischen Elemente.
Auch die deutschen Euro-Scheine - seit 1.1.2002 im Umlauf - werden zum Teil von der Bundesdruckerei gedruckt. Das Unternehmen hat etwa die Hälfte der deutschen Erstausstattungsmenge produziert und sorgt seither kontinuierlich für Nachschub.
Hergestellt werden die Banknoten auf dem traditionellen Firmengelände in Berlin-Kreuzberg in einem hochmodernen Industriebau mit neuester Sicherheitstechnik. Eine Besonderheit ist der "Geldtresor": Gelagert werden die Roh- bis Fertigprodukte in einem oberirdischen und voll automatischen Hochregallager, das mit dicken Betonmauern hochsicher abgekapselt ist. "Die Banknoten aus Berlin zählen aufgrund der angewendeten Fertigungsverfahren zu den sichersten der Welt. Wir investieren für unsere Kunden auch in die Entwicklung eigener zukunftsfähiger Hochsicherheitstechnologien. Denn wir wollen und müssen Fälschern immer einen Schritt voraus und auch für die künftige Euro-Produktion fit sein", so Hamann.
Zum Hintergrund:
Die Bundesdruckerei wurde 1879 als Reichsdruckerei gegründet. Während sie den Ersten Weltkrieg, die nachfolgenden Inflationsjahre und die wirtschaftlichen Krisenjahre während der Weimarer Republik schadlos überstand, wurde sie im Zweiten Weltkrieg beinahe völlig zerstört. Nach Kriegsende wurde die "Reichsdruckerei" dem Berliner Magistrat unterstellt und am 1.6.1945 wurde der Betrieb als "Staatsdruckerei" wieder aufgenommen. 1951 wurde das Unternehmen in "Bundesdruckerei" umgetauft. Sie unterstand als Behörde dem Bundesministerium für Post- und Fernmeldewesen und hatte ihren Hauptsitz in Frankfurt. Zu den beiden Standorten Frankfurt und Berlin kam 1952 die Dienststelle Bonn hinzu. Ende 1957 wurde umorganisiert und der Hauptsitz nach Berlin verlegt. 1968 zog die Außenstelle Frankfurt nach Neu-Isenburg um. 1994 wurde die Bundesbehörde in eine GmbH umgewandelt, im Jahr 2000 wurde die Bundesdruckerei privatisiert. Heute werden Banknoten von der Bundesdruckerei nur noch in Berlin produziert.
Über die Bundesdruckerei
Die Bundesdruckerei GmbH, Berlin, produziert und liefert Personaldokumente und Hochsicherheitskarten, Banknoten, Postwertzeichen und Steuerzeichen sowie elektronische Publikationen für das In- und Ausland. Darüber hinaus bietet sie sichere Systemlösungen und Dienstleistungen für Identifikation und Zugangsschutz. Mit ihren Tochterunternehmen, u.a. BIS Bundesdruckerei International Services GmbH, D-TRUST GmbH, Security Printing and Systems Limited, iNCO Sp.z o.o., beschäftigt die Bundesdruckerei circa 1.600 Mitarbeiter weltweit und erzielte im Geschäftsjahr 2004 einen Umsatz von 264 Millionen Euro. Weitere Informationen unter www.bundesdruckerei.de.

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