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Bundesdruckerei GmbH stellt ab Herbst die elektronischen Reisepässe für Deutschland her
Die Berliner Hochsicherheitsfirma ist Generalunternehmer für gesamtes ePass-System

Berlin, 2. Juni 2005 - Die Bundesdruckerei GmbH wird ab Herbst dieses Jahres im Auftrag des Bundesministeriums des Innern die neuen elektronischen Reisepässe herstellen. Diese Reisepässe sind mit einem kontaktlosen Chip versehen, auf dem die Daten sowie ein Lichtbild des Passinhabers gespeichert werden. In einer späteren Phase werden auch zwei Fingerabdrücke des Passinhabers abgespeichert.
Die Bundesdruckerei wird für das komplette ePass-System als Generalunternehmer aktiv. Sie wird nicht nur wie schon bisher die deutschen Reisepässe herstellen, sondern auch den insgesamt 5.700 Passbehörden in Deutschland die dafür notwendige zusätzliche Infrastruktur, wie Visualisierungsgeräte oder später Fingerabdruck-Scanner,  zur Verfügung stellen.

Neue Anforderungen an Passbilder
Ab Herbst können die neuen elektronischen Reisepässe in den Passbehörden beantragt werden. Dazu werden wie bisher vom Antragsteller die personenbezogenen Daten sowie ein mitgebrachtes Lichtbild benötigt. Die Internationale Zivile Luftfahrtbehörde ICAO (International Civil Aviation Organization) hat exakte Richtlinien vorgegeben, wie das Lichtbild aussehen muss. Die Bundesdruckerei hat gemeinsam mit dem Bundesministerium des Innern Informationen zu diesen künftigen Anforderungen an das Passfoto entwickelt und wird sie rechtzeitig unter www.bundesdruckerei.de zur Verfügung stellen. Damit das Lichtbild digitalisiert werden kann und später an der Grenze ein elektronischer Vergleich mit dem Passinhaber möglich ist, muss dieser künftig z.B. frontal und nicht mehr im Halbprofil abgelichtet sein.

Die Passbehörden können die Antragsdaten elektronisch oder per Post an die Bundesdruckerei übermitteln. Schon heute arbeiten etwa 60 Prozent der Passbehörden in Deutschland mit dem digitalen Antragsverfahren der Bundesdruckerei "Digant" und übermitteln die Daten verschlüsselt und auf sicherem Weg elektronisch an das Berliner Unternehmen. Durch diesen Online-Prozess kann der Antragsteller sein Dokument schneller in den Händen halten als mit dem herkömmlichen Postweg.

Sichere Herstellung und Chipintegration
In der Bundesdruckerei werden die Bestellscheine und Antragsdaten mit Hochleistungserfassungssystemen entweder digitalisiert oder - wenn die Daten elektronisch übermittelt wurden - direkt verarbeitet. Anschließend werden die Daten auf einem speziellen Papier belichtet und mit einem fotochemischen Spezial-Color-Verfahren entwickelt. In weiteren Produktionsschritten werden Sicherheitsmerkmale eingebaut und die personalisierten Dokumente laminiert, also beidseitig in eine Spezialfolie eingeschweißt, sowie auf das Endformat gestanzt.
Von Philips und Infineon werden der Bundesdruckerei so genannte Inlays zugeliefert, die aus dem Chip, dem Chipmodul und der Antenne bestehen. Dieses Inlay wird in die Passbuchdecke eingefügt. Passbuchdecke samt Chip sowie der Rest des Passes werden dann zusammengeführt und abschließend wird der Chip personalisiert, also die personenbezogenen Daten sowie das digitale Gesichtsbild werden gespeichert und verschlüsselt.
Wie auch schon bislang, werden die personenbezogenen Daten anschließend gelöscht. Sämtliche Anforderungen des Datenschutzes sind eingehalten und werden regelmäßig vom Bundesbeauftragten für den Datenschutz überprüft.
Auch der neue ePass wird mit den bewährten Sicherheitsmerkmalen ausgestattet sein, wie beispielsweise dem Identigramm, einem Sicherheitsdruck mit mehrfarbigen Guillochen oder Wasserzeichen. Sie machen den deutschen Pass zu einem der sichersten Reisedokumente der Welt. Die Integration des Chips bedeutet eine Weiterentwicklung des Produkts Deutscher Reisepass.
Die Bundesdruckerei geht davon aus, künftig jährlich rund 2 Millionen deutsche ePässe herzustellen. Damit knüpft sie an eine lange Tradition an: Seit 1987 fertigt das Unternehmen Reisepässe und Ausweise für Deutschland und seit 1994 auch für ausländische Staaten. Die Bundesdruckerei hat bislang mehr als 200 Millionen Reisepässe, Personalausweise und Führerscheine für Deutschland ausgestellt. Sie betreibt in Berlin das größte zentrale Personalisierungszentrum der Welt.

Zum Hintergrund:

Grundlagen:
Die Europäische Union hat am 28.02.2005 beschlossen, elektronische Reisepässe einzuführen. Diese Reisepässe beinhalten wie bisher die personenbezogenen Daten sowie ein Lichtbild des Passbesitzers; künftig werden diese Informationen zusätzlich auch auf einem Chip gespeichert. In einer späteren Phase sollen außerdem zwei Fingerabdrücke des Passbesitzers abgespeichert werden. Deutschland folgt bei seinem Pass-Projekt den technischen Empfehlungen der EU und denen der unabhängigen und bei den Vereinten Nationen angesiedelten ICAO (International Civil Aviation Organization = Internationale Zivile Luftfahrtbehörde), um einen international anerkannten und interoperablen Reisepass anzubieten.

Chip:
Für den ePass werden Mikroprozessoren der Halbleiterhersteller Philips und Infineon mit 72 kB bzw. 64 kB Speicher verwendet. Bei diesen Chips handelt es sich um hochsichere Mikroprozessoren mit kryptographischen Koprozessoren, die für die Passanwendung ausschließlich über eine kontaktlose Schnittstelle angesprochen werden können. Sowohl die Chiphardware als auch die auf dem Chip eingesetzte Software wird durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationsgesellschaft (BSI) dem international anerkannten Verfahren "Common Criteria" zertifiziert und damit für den Einsatz im Reisepass qualifiziert.

Sicherheit:
Der Chip und die für das Auslesen notwendige Antenne werden in die Vorderseite des Reisepasses integriert. Die auf dem Chip gespeicherten digitalen Daten sind durch verschiedene Sicherheitsmechanismen geschützt. Sie sind mit einer elektronischen Signatur versehen, die die Integrität und Authentizität der Daten sicherstellt. Damit die Daten über die kontaktlose Schnittstelle nicht unbemerkt ausgelesen werden können, wird der Mechanismus der so genannten Basic Access Control eingesetzt, der für den EU-Biometrie-Pass verpflichtend ist.


Das bedeutet, dass der Chip auf einem Terminal-Gerät erst dann ausgelesen werden kann, wenn vorher die optischen Daten von der Datenseite des aufgeschlagenen Passes gelesen wurden. Das Terminal sendet darüber dem Chip ein kryptografisches Protokoll und übermittelt so, dass es die optischen Daten auf der Datenseite im Pass kennt. Zudem wird die Kommunikation zwischen Terminal und Pass verschlüsselt, damit ein Außenstehender nicht die Möglichkeit hat, die kontaktlose Kommunikation zwischen Pass und Terminal abzuhören.


Weitere Informationen zum Thema ePass finden Sie unter:
http://www.bmi.bund.de/cln_028/nn_122688/Internet/Content/Nachrichten/Pressemitteilungen/2005/06/ePass.html


Deutscher ePass_mit

Schematische Darstellung des geplanten deutschen elektronischen Reisepasses (ePass).


Über die Bundesdruckerei:
Die Bundesdruckerei GmbH, Berlin, produziert und liefert Personaldokumente und Hochsicherheitskarten, Banknoten, Postwertzeichen und Steuerzeichen sowie elektronische Publikationen für das In- und Ausland. Darüber hinaus bietet sie sichere Systemlösungen und Dienstleistungen für Identifikation und Zugangsschutz. Mit ihren Tochterunternehmen, u.a. Bundesdruckerei International Services GmbH, D-TRUST GmbH, iNCO Sp.z o.o., beschäftigt die Bundesdruckerei circa 1.600 Mitarbeiter weltweit und erzielte im Geschäftsjahr 2004 einen Umsatz von 262 Millionen Euro. Weitere Informationen unter: www.bundesdruckerei.de.


Kontakt:

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